Operationen
Für die chirurgischen Aufgaben stehen
der Urologischen Klinik zwei aseptische Operationssäle zur Verfügung,
die großzügig ausgestattet sind. Mikrochirurgische Operationen
wie Refertilisation, Mesa oder Revaskularisationsoperationen werden mit
Hilfe eines Operationsmikroskopes durchgeführt. Ein moderner Neodym-YAG-Laser
ermöglicht blutsparende Operationen an der Prostata und Behandlung
von bösartigen Geschwülsten des äußeren Genitale.
Endoskopische Untersuchungen wie auch die urologische Funktionsdiagnostik
werden auf dem klinikinternen Röntgentisch mit Bildverstärker-Fernsehkette
vorgenommen.
Urodynamik
Ein diagnostischer Schwerpunkt der Klinik
ist die Erkennung und Klassifizierung von Blasenentleerungsstörungen
und der Harninkontinenz. Um zu einer exakten urodynamischen Diagnose zu
gelangen, sind zwei urodynamische Meßplätze, zum Teil auch mit
computerisierter Auswertung, im Einsatz. Diese Untersuchungen können
auf Überweisung ambulant durchgeführt werden (telefonische Anmeldung
unter 0221/4677-1193 Frau Balthasar/Frau Vellen. Überweisung: Urodynamische
Untersuchung). Für die Therapiekontrolle verfügt jede der drei
urologischen Stationen über ein Uroflowmeter, zum Teil mit Beckenboden-EMG
und Biofeedback-Training.
Sonographie
Die Urologische Klinik ist mit drei Ultraschallgeräten ausgestattet.
Die nicht invasive Sonographie eignet sich zur Aufdeckung urologischer
Tumore, Lokalisation von Harnsteinen und Cysten, Erkennung von Harnstauungsnieren,
entzündlichen Prozessen, Lage und Größenänderung der
Organe. Uns stehen hierzu Spezialsonden zur Verfügung, die auch eine
ultraschallgesteuerte Punktion z. B. der Niere und Prostata zulassen.
Labor
Im klinikinternen Labor werden alle laborchemischen, mikrobiologischen
und cytologischen Urinuntersuchungen durchgeführt. Ferner erfolgt
hier die andrologische Basisdiagnostik. Der Vorteil eines klinikinternen
Labors liegt auf der Hand. Durch die kurzen Wege und die Durchführung
der Leistung durch die urologischen Ärzte ist eine schnelle Information
möglich, die zum Beispiel im Fall einer ernsten Infektion für
den Patienten von größter Bedeutung ist.
Erektile Dysfunktion
Die erektile Dysfunktion hat viele Ursachen. Um zu einer ätiologischen
Klassifikation zu kommen, ist eine subtile Diagnostik notwendig. Das Basisprogramm
umfaßt daher
| 1. |
die nächtliche penile Tumeszenzmessung durch elektronische
Meßsysteme. |
| 2. |
die Messung der arteriellen Durchblutung der Penisgefäße
mittels farbkodierter Duplexsonographie. |
| 3. |
die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit mit elektrophysiologischer
Methodik. |
| 4. |
die Pharmako-Cavernosometrie mit radiologischer Darstellung
der Schwellkörper zur Erfassung eines venösen Leaks. |
Zur Behandlung der erektilen Dysfunktion werden alle Möglichkeiten
wie SKAT, Vakuumpumpe, hydraulische Penisimplantate und Revaskularisationsoperationen
ausgeschöpft.
Onkologie
Ein Schwerpunkt der klinischen Tätigkeit ist die klinische,
urologische Onkologie. Im Jahr werden zum Beispiel rund 80 radikale Prostatovesikulektomien
durchgeführt. Nierentumoren bis 3 cm Größe werden organerhaltend
operiert, größere Nierencarcinome transperitoneal oder in Einzelfällen
auch lumbal entfernt. Nach radikaler Cystektomie wegen eines Blasencarcinoms
werden verschiedene Formen der Harnableitung angeboten:
| 1. |
die orthotope Ersatzblase aus Dünndarmsegmenten |
| 2. |
eine kontinente Ersatzblase mit Nabelstoma |
| 3. |
Ileum- bzw. Colonconduit mit nassem Stoma |
| 4. |
Harnableitungen in den Darm. |
Die Empfehlungen werden sehr individuell ausgesprochen. Die notwendige
induktive oder adjuvante Chemotherapie wird ebenfalls von der urologischen
Klinik durchgeführt. Mit überregionalen Organisationen wie der
Deutschen Krebsgesellschaft besteht eine gute Kooperation. Rehabilitative
Maßnahmen werden meist als Anschlußheilverfahren in der Quellental-Klinik,
34530 Bad Wildungen, eingeleitet.
Wegen der schwerpunktmäßig betriebenen urodynamischen
Diagnostik werden viele Operationen zur Wiederherstellung der Harninkontinenz
vorgenommen. Zur Festigung des Therapiezieles hat sich an der Klinik eine
Selbsthilfegruppe etabliert, die sich jeden 2. Dienstag im Monat um 18:00
Uhr in der physiotherapeutischen Abteilung trifft. Neben Besprechungen
bzw. Gesprächstherapie werden krankengymnastische Übungen vorgenommen.
Zur Wiederherstellung der Kontinenz beim Mann kommen vorzugsweise prothetische
Eingriffe in Frage. Der Schließmuskel wird durch Implantation eines
Sphinkters ersetzt. |